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- aus afternoon wird nachmittags
- Ein Projekt von Rolf
D. Krause und Doris Köhler -

Die Hyperfiction Afternoon,
a Story wird vielfach als erste literarische Hypertext-Erzählung
bezeichnet. Michael Joyce stellte 1987 eine erste Fassung dieser
nichtlinearen Erzählung fertig und verteilte sie an Freunde.
Michael Joyce entwickelte in den Jahren 1984 bis 1985 das Programm
Storyspace, ein Programm für das nichtlineare Schreiben.
Afternoon war sowohl ein Testfall für die Funktionen
des Programms als auch Anlaß zur Weiterentwicklung. Denn
Michael Joyce wollte schon immer eine Erzählung schreiben,
die "sich bei jedem Lesen ändert". Diese Anforderung
trifft auf Afternoon in besonderem Maße zu: zahlreiche
"Guardfields" überwachen, was eine Leserin bereits
gelesen hat, und verzweigen in Abhängigkeit davon in unterschiedliche
Bereiche der Erzählung.
Die Herausforderung
von Afternoon war auch einer der Gründe der Zusammenarbeit
zwischen Rolf Krause, einem Literaturwissenschaftler, und Doris
Köhler, einer Informatikerin. Das gemeinsame Interessengebiet
Hypertext, das sich durch die Zusammenarbeit immer stärker
auf Hypertexterzählungen ausrichtete, führte im Sommersemester
1996 zu einem ersten gemeinsamen Seminar mit dem Titel "Digitales
Erzählen: Hypertext und Literatur". Eine Auswahl verschiedenster
Hypertexterzählungen wurde dabei von den Studierenden vorgestellt
und diskutiert. Im nächsten Semester sollte dann eine gründliche
Analyse und Interpretation einer Hypertext-Erzählung folgen.
Unser Beispiel war Afternoon und Teil der genauen Textarbeit
sollte die Übersetzung des englischen Wortlauts ins Deutsche
sein. Ziel war die Verbindung von Analyse des Originals und Produktion
einer deutschen Fassung.
Dies ist ein Bericht über
dieses Projekt und die damit verbundenen Probleme. Dabei
sollen wir die sprachlichen Probleme nur am Rande
erwähnt werden, da es bei diesem Bericht auf die Darstellung
hypertextspezifischer Probleme bei der Übersetzung von Hyperfiction
ankommt.